HANA on POWER

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Für alle Interessenten, Kunden, Anwender, Berater und Hersteller die im SAP HANA on IBM POWER Umfeld aktiv sind. Beiträge erscheinen in deutscher und englischer Sprache. Sponsoren sind die Anwendergruppen der GSE und der COMMON.

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Intel in der Defensive: neue Heimat für Tux

TechnologiePosted by Peter M. Färbinger Thu, September 10, 2015 14:08:31

Lange musste die SAP-Community warten. Jetzt gibt es eine Alternative zum wenig geliebten Intel-Xeon-Prozessor. Die Kombination IBM Power und Suse Linux verspricht eine echte Sensation zu werden.

Das Bessere ist der Feind des Guten. Der Intel-Prozessor ist ein sehr guter, universeller Rechenknecht. Der IBM-Prozessor Power wurde für Big-Data-Anwendungen optimiert. Und der Vergleich macht sicher: Für SAP Hana ist IBM Power die bessere Plattform. Sowohl bei der Bandbreite des Speicherzugriffs (siehe Grafik) als auch bei der relativen Leistung hinsichtlich der Anzahl der Rechnerkerne. Power schafft mit weniger Kernen mehr Leistung.

Die Überlegenheit von Power mussten Ex-Technikvorstand Vishal Sikka und Professor Hasso Plattner schon vor zwei Jahren feststellen. Am HPI (Hasso-Plattner-Institut) wurde im Verborgenen getestet. Das Ergebnis machte Intel-Freund SAP nicht glücklich. Power ist besser und so stand die Frage im Raum: Haben das HPI und SAP auf das falsche Pferd gesetzt? Kaum war Sikka abgetreten, verkündete sein Nachfolger Bernd Leukert auf der Sapphire 2014 die baldige Verfügbarkeit von Power, Suse Linux und Hana. Im vergangenen Herbst gab es erste Prototypen und nun die allgemeine Verfügbarkeit für Power, Linux und Hana als Plattform für BW. Wann mit einer SAP-Freigabe für SoH (Suite on Hana) und S/4 zu rechnen ist, werden alleine politische Entscheidungen und harte Verhandlungen zwischen IBM und SAP entscheiden. Technisch wäre ein SoH-System auf Power, Linux und Hana schon jetzt möglich.

HoP (Hana on Power) hat zwei Geburtshelfer: die SAP-Community, die neben dem Intel-Allzweckprozessor auch noch einen erprobten Rechenzentrumsprozessor für stabiles In-memory Computing verlangte; und Suse Linux, die ihre Betriebssystemversion für Hana neben einer Xeon-Version nun auch in einer Po­wer-Version anbietet. „Suse Linux Enterprise Server ist die führende Linux-Distribution für SAP-Lösungen auf Linux und das erste Betriebssystem, das SAP Hana auf IBM-Power-Systemen unterstützt“, sagt Nils Brauckmann, President und General Manager von Suse. „Wir bei Suse wollen als langjähriger IBM- und SAP-Partner mit unseren zuverlässigen, skalierbaren und sicheren Linux-Lösungen die Hardware und Anwendungen unterstützen, die Unternehmen brauchen, um im Tagesgeschäft erfolgreich agieren zu können. Suse Linux Enterprise Server for SAP Applications ist eine wichtige Ergänzung der IBM Power Systems Solution Editions für SAP Hana, um unseren Kunden eine erstklassige Performance und Hochverfügbarkeit zu vernünftigen Preisen bereitstellen zu können.“ Vicente Moranta, Director und Business Line Executive, SAP on IBM Power Systems bei IBM, fügt hinzu: „Kunden, die die geschäftlichen Vorteile von In-memory-Datenbanken wie SAP Hana nutzen, können nun von einem schnelleren Durchsatz, einer höheren Bandbreite und der Zuverlässigkeit der IBM Power8 profitieren.“

Suse Linux Enterprise Server 11 Service Pack 4 for SAP Applications ist die Plattform für IBM Power Systems mit SAP Hana. Sie basiert auf Suse Linux Enterprise und Suse Linux High Availability Extension. Joerg Latza, Head of SAP Hana Platform Product Management: „Fachanwender können mithilfe der Next-Generation-Applikations- und Analyseplattform Hana riesige Datenmengen verwalten und in Echtzeit wichtige Information aus ihnen ziehen. Power Systems Solution Editions für SAP Hana bietet unseren Kunden im Zusammenspiel mit Suse Linux Enterprise Server nun viele wertvolle Zusatzfunktionen.“

Peter M. Färbinger, Chefredakteur E-3 Magazin (http://www.e-3.de/)

Quelle: E-3 Magazin September 2015, Seite 105