HANA on POWER

HANA on POWER

Für alle Interessenten, Kunden, Anwender, Berater und Hersteller die im SAP HANA on IBM POWER Umfeld aktiv sind. Beiträge erscheinen in deutscher und englischer Sprache. Sponsoren sind die Anwendergruppen der GSE und der COMMON.

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Performancevergleich POWER vs. INTEL

TechnologiePosted by Jens Gleichmann Sat, September 19, 2015 13:44:39
SAP besitzt aktuell lediglich einen Benchmark für HANA Systeme mit der Bezeichnung BW-EML. Der Test besteht aus multi user reporting und Deltaladeprozeduren (weitere Infos hier). Im Mai 2015 lieferte hierbei Dell mit dem R930 eindrucksvolle 172.450 Ad-hoc Navigationsschritte/Stunde.
Der vorgehende IvyBridge basierende Benchmark von 137.010 Ad-hoc Navigationsschritte/Stunde mit dem Dell R920 wurde somit um 26% überboten!
Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass das System 20% mehr Cores (60:72), sowie 50% mehr Hauptspeicher (1024GB:1536GB) besitzt.
Im Juni 2015 lieferte IBM den ersten Benchmark mit 192.750 Ad-hoc Navigationsschritte/Stunde via p870.

Das sind erstaunliche 12% mehr Leistung
bei 45% weniger Cores und 33% weniger Hauptspeicher! Das Resultat: pro Core mehr als das doppelte an Performance!


Durch die unterschiedlichen Threading Technologien (SMT = Simultaneous Multithreading / HT = Hyperthreading) ergibt sich ein enormer Unterschied in der Anzahl an Threads. Bei IBM mit 40 cores und SMT=8 ergeben sich 320 Threads bei einer Taktung von 4,2 GHz. Im Gegenzug bei dem stärksten Intel Xeon Prozessor E7-8890 v3 (Haswell) mit 72 Cores und HT=2, lediglich 144 Threads bei Taktung von 2,5GHz.


Wenn man sich nun den CPU Caches (L1/L2/L3) widmet, dann erkennt man auch hier einen enormen Unterschied. Der L3 Cache bei Haswell wird pro Prozessor geshared!
Das bedeutet bei angegebenen 45MB L3 Cache pro Prozessor (4), und um vergleichbar zur IBM Angabe zu sein (pro Core), ergibt sich
folgendes Bild:
45MB*4/72=2,5MB
Ein weiterer Aspekt bei den CPU Caches wäre der L4 Cache (p870:128MB), den es bei Haswell-EX Systemen nicht gibt.



Wir sind gespannt auf weitere Benchmarks der IBM für eine Scale out Umgebung (mehrere Server Knoten im Verbund) - wie genau die Performance der Nodes skaliert.

weitere Informationen:
Benchmark BWL-EML
Bechnmarkergebnisse BWL-EML
The Impact of Intel’s Haswell Architecture on SAP’s HANA - von Hasso Plattner


Jens Gleichmann
Technical Lead Consultant
Q-Partners Consulting und Management GmbH
(www.qpcm.de / info(at)qpcm.de)




Intel in der Defensive: neue Heimat für Tux

TechnologiePosted by Peter M. Färbinger Thu, September 10, 2015 14:08:31

Lange musste die SAP-Community warten. Jetzt gibt es eine Alternative zum wenig geliebten Intel-Xeon-Prozessor. Die Kombination IBM Power und Suse Linux verspricht eine echte Sensation zu werden.

Das Bessere ist der Feind des Guten. Der Intel-Prozessor ist ein sehr guter, universeller Rechenknecht. Der IBM-Prozessor Power wurde für Big-Data-Anwendungen optimiert. Und der Vergleich macht sicher: Für SAP Hana ist IBM Power die bessere Plattform. Sowohl bei der Bandbreite des Speicherzugriffs (siehe Grafik) als auch bei der relativen Leistung hinsichtlich der Anzahl der Rechnerkerne. Power schafft mit weniger Kernen mehr Leistung.

Die Überlegenheit von Power mussten Ex-Technikvorstand Vishal Sikka und Professor Hasso Plattner schon vor zwei Jahren feststellen. Am HPI (Hasso-Plattner-Institut) wurde im Verborgenen getestet. Das Ergebnis machte Intel-Freund SAP nicht glücklich. Power ist besser und so stand die Frage im Raum: Haben das HPI und SAP auf das falsche Pferd gesetzt? Kaum war Sikka abgetreten, verkündete sein Nachfolger Bernd Leukert auf der Sapphire 2014 die baldige Verfügbarkeit von Power, Suse Linux und Hana. Im vergangenen Herbst gab es erste Prototypen und nun die allgemeine Verfügbarkeit für Power, Linux und Hana als Plattform für BW. Wann mit einer SAP-Freigabe für SoH (Suite on Hana) und S/4 zu rechnen ist, werden alleine politische Entscheidungen und harte Verhandlungen zwischen IBM und SAP entscheiden. Technisch wäre ein SoH-System auf Power, Linux und Hana schon jetzt möglich.

HoP (Hana on Power) hat zwei Geburtshelfer: die SAP-Community, die neben dem Intel-Allzweckprozessor auch noch einen erprobten Rechenzentrumsprozessor für stabiles In-memory Computing verlangte; und Suse Linux, die ihre Betriebssystemversion für Hana neben einer Xeon-Version nun auch in einer Po­wer-Version anbietet. „Suse Linux Enterprise Server ist die führende Linux-Distribution für SAP-Lösungen auf Linux und das erste Betriebssystem, das SAP Hana auf IBM-Power-Systemen unterstützt“, sagt Nils Brauckmann, President und General Manager von Suse. „Wir bei Suse wollen als langjähriger IBM- und SAP-Partner mit unseren zuverlässigen, skalierbaren und sicheren Linux-Lösungen die Hardware und Anwendungen unterstützen, die Unternehmen brauchen, um im Tagesgeschäft erfolgreich agieren zu können. Suse Linux Enterprise Server for SAP Applications ist eine wichtige Ergänzung der IBM Power Systems Solution Editions für SAP Hana, um unseren Kunden eine erstklassige Performance und Hochverfügbarkeit zu vernünftigen Preisen bereitstellen zu können.“ Vicente Moranta, Director und Business Line Executive, SAP on IBM Power Systems bei IBM, fügt hinzu: „Kunden, die die geschäftlichen Vorteile von In-memory-Datenbanken wie SAP Hana nutzen, können nun von einem schnelleren Durchsatz, einer höheren Bandbreite und der Zuverlässigkeit der IBM Power8 profitieren.“

Suse Linux Enterprise Server 11 Service Pack 4 for SAP Applications ist die Plattform für IBM Power Systems mit SAP Hana. Sie basiert auf Suse Linux Enterprise und Suse Linux High Availability Extension. Joerg Latza, Head of SAP Hana Platform Product Management: „Fachanwender können mithilfe der Next-Generation-Applikations- und Analyseplattform Hana riesige Datenmengen verwalten und in Echtzeit wichtige Information aus ihnen ziehen. Power Systems Solution Editions für SAP Hana bietet unseren Kunden im Zusammenspiel mit Suse Linux Enterprise Server nun viele wertvolle Zusatzfunktionen.“

Peter M. Färbinger, Chefredakteur E-3 Magazin (http://www.e-3.de/)

Quelle: E-3 Magazin September 2015, Seite 105



HANA on POWER als TDI Lösung (TDI Phase 4)

TechnologiePosted by Jens Gleichmann Mon, September 07, 2015 08:05:28

Seit der Sapphire 2015 ist auch die TDI Lösung für IBM POWER Systeme (TDI Phase 4) freigegeben.
Bei Einsatz einer TDI (Tailored DataCenter Integration) Lösung, muss diese mit bestimmten KPI's (Key Performance Indicator: Hardware, I/O und Netzwerk), die von SAP vorgeben sind, abgenommen werden.
Man verwendet hierzu bestehende HW-Komponenten, wie z.B. Enterprise Storage. Diese müssen aber ebenso bereits von der SAP zertifiziert sein und garantieren, im Gegensatz zu dem Appliance Ansatz, ein Maximum an Flexibilität. Eine Liste zertifizierter Server und des Storages, finden Sie unter den jeweiligen Links im Anhang.
Neben einer zertifizierten Person (Zertifikat: E_HANAINS*), muss das Tool HWCCT der SAP verwendet werden. Hierzu sollte man Hinweis 2161344 (Austausch eines fehlerhaften Python Skripts) beachten, da es unter SPS9 zu einigen Problemen kommt.
Für das HWCCT gelten zusätzlich noch einige Voraussetzungen, wie z.B. das OpenSource Tool Iperf, sowie bestimmte Libraries (GCC und libnumal) müssen in definierten Versionen installiert sein.

weitere Informationen:
Zertifizierte Server
Zertifizierter Enterprise Storage
Netzwerk Anforderungen
TDI Overview
1943937 - Zentraler Hinweis für das Tool zur Prüfung der Hardwarekonfiguration
2161344 - Patch-Hinweis für SAP HANA HW Configuration Check Tool



Jens Gleichmann
Technical Lead Consultant
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Anforderungen an HANA on POWER

TechnologiePosted by Jens Gleichmann Wed, August 26, 2015 13:56:38

Betriebssystem
SUSE Linux Enterprise Server 11 SP3 für IBM Power (plus zusätzliche Packages)
Hardware
- Mindestens IBM Power Server mit POWER8-Prozessortechnologie
- Mindestens IBM Power Server mit POWER7+-Prozessortechnologie (für nicht produktive Umgebungen)
- SAP-HANA-Produktivpartitionen müssen so konfiguriert werden, dass Sie im Modus dedicated oder dedicated-donating ausgeführt werden (Workload bleibt bei denselben CPUs).
- SAP-HANA-Nichtproduktivpartitionen können in einem gemeinsamen Prozessorpool vorliegen, der mit Leistungseinbuße ausgeführt wird (Workload wechselt zwischen CPUs).


Im Ramp-up zulässige Hardware:

1) S824 2 socket (6c/8c/12c)
- Max 12c @ 3.89 GHz
- Max 16c @ 4.15GHz
- Max 24c @ 3.55GHz SMT8

2) E870
- 1-2 node, 4-8 socket (8c) 4.02 GHz SMT8
- 1-2 node, 4-8 socket (10c) 4.19 GHz SMT8

3) E880
- 1-2 node, 4-8 socket (8c) 4.35 GHz SMT8
- 1-2 node, 4-8 socket (12c) 4.02 GHz SMT8
=> Via Certified SAP HANA® Hardware Directory ist noch keine IBM HW gelistet
=> https://global.sap.com/community/ebook/2014-09-02-hana-hardware/enEN/appliances.html

Kern-Speicher-Verhältnis:
Das anfängliche Kern-Speicher-Verhältnis für SAP HANA auf IBM Power liegt bei 32 GB/Kern (Business Warehouse).
Derzeit unterstützt SAP HANA eine Systemgröße von bis zu 3TB

Infrastruktur und Virtualisierung
- 10 GB Ethernet-Ports
- Externe und interne Platten können verwendet werden, solange Sie die Anforderungen erfüllen, die vom Tool zur Prüfung der Hardwarekonfiguration (HWCCT-Tool) vorgegeben sind. Siehe dazu SAP-Hinweis 1943937.
- Für IBM PowerVM gelten die folgenden Regeln:

a) Für den Produktivbetrieb kann HANA on Power gegenwärtig nur mit einem HANA-LPAR pro physischem IBM Power Server ausgeführt werden. Zusätzlich können nur LPARs mit einem virtuellen ioserver (VIOS) parallel zu einem LPAR ausgeführt werden, auf dem ein SAP-HANA-Produktivsystem auf einem physischen IBM Power Server läuft. SAP und IBM ergreifen gemeinsam Maßnahmen, um diese Einschränkung künftig zu verringern.
b) Neben dieser Einschränkung für Tests, Entwicklung und Qualitätssicherung werden alle Kombinationen von SAP-HANA-Systemen und LPARs auf einem einzigen physischen Power Server unterstützt.


Anwendungsfälle
Bei der ersten Freigabe wird nur SAP Business Warehouse (BW) auf SAP HANA unterstützt.
Automatischer Host-Failover von SAP HANA: ein aktiver Master-Host und ein Standby-Host in einem Failover-Szenario
SAP-HANA-Systemreplikation
SAP NetWeaver BW Version 7.31 oder höher

Betriebssystem Linux
- SUSE SLES 11 SP3 Kernel 3.0.101-0.56

Dateisystem
- XFS mit Multi-Pathing

weiterführende Informationen:
2055470 - Planung und Installation von SAP HANA auf IBM Power: zentraler Hinweis
2133369 - SAP HANA auf IBM Power Systems: zentraler Release-Hinweis
http://help.sap.com/hana_on_power
SAP HANA on IBM Power Systems and IBM System Storage - Guides


Jens Gleichmann
Technical Lead Consultant
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Wechsel von HANA on INTEL/X86 auf HANA on POWER

TechnologiePosted by Jens Gleichmann Wed, August 26, 2015 08:36:44

Für Bestandskunden auf HANA INTEL/X86 Architektur wird ein Wechsel aktuell nicht auf dem normalen Backup/Recovery Weg erfolgen können. Es ist somit nicht möglich ein HANA-Backup von einer Intel- auf POWER-Architektur wiederherzustellen oder umgekehrt.
Im Normalfall (abhängig von der Revision) sind alle Backups aufwärtskompatibel, d.h. die Revision des Zielsystems muss gleich oder höher dem Quellsystem sein, mit dem das Backup erstellt wurde.
Es bleibt also nach aktuellem Stand nur der Weg via R3load-Systemkopie (Export/Import der Daten als plattformunabhängigen Dump).

Hierzu das offizielle Statement der SAP (Hinweis 1642148 - FAQ: Backup und Recovery der SAP-HANA-Datenbank [Version 20]):

"Frage 45: Kann ich ein auf der INTEL-Architektur durchgeführtes SAP-HANA-Backup auf einer IBM-Power-Architektur wiederherstellen?

Nein.

Es ist nicht möglich, ein SAP-HANA-Daten- oder Protokoll-Backup (Anm. d. Red. Log-Backup), das auf INTEL durchgeführt wurde, auf POWER wiederherzustellen oder umgekehrt."


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